Der große Absturz

Der große Absturz

Stories aus Kitchike
Der große Absturz
(Chroniques de Kitchike)
Louis-Karl Picard-Sioui
Roman
Aus dem Französischen (Québec)
von Sonja Finck und Frank Heibert
184 Seiten gebunden ohne Schutzumschlag
€ (D) 20.00 | CHF 25.00 | € (A) 20.50
ISBN 978-3-906910-94-9
ISBN 978-3-906910-95-6 (E-BOOK)
Warengruppe 1112
Lieferbar ab 15. September 2020

Poetisch und politisch, furios und verzweifelt.
Catherine Parayre, Voix plurielles

Pierre Wabush ist verkatert. Nicht bloß vom Suff, den Pillen, der heißen Nacht, an die er sich nur vage erinnert. Ihn macht das Reservat fertig, sein Zuhause: »Kitchike hat es drauf, alles Schöne und Gute kaputt zu machen.« Keine Perspektive – was ebenso am Rassismus der Weißen liegt wie an der Korruption der eigenen Führungsriege. Das muss anders werden, und er muss den Hintern hochkriegen.
Dabei erscheint Kitchike zunächst wie eine ganz normale Kleinstadt. Jeder kennt jeden, man tratscht, man wurschtelt sich durch, man lebt. Wenn Lydia, die die örtliche Tankstelle schmeißt, sonntags nach dem Kirchgang das halbe Kaff beobachtet und spitzzüngig kommentiert, könnten wir überall auf der Welt sein. Sind wir aber nicht. In Kitchike kann es passieren, dass die Göttin aus einer indigenen Legende einem Konzert lauscht und nachher mit dem Sänger flirtet ... Während der Reservatschef Polizei und Mafia gegen sich hat, so dass er nun vor dem »großen Absturz« steht. Panisch sucht er nach Verbündeten, doch ganz Kitchike hat die Schnauze voll.
Louis-Karl Picard-Sioui katapultiert uns mitten in die Lebenswirklichkeit eines heutigen Reservats in Québec. Ein Dutzend Stimmen fügen sich zu einem Panorama, einem Chor der Aufbegehrenden voller lebendiger Töne, mal poetisch, mal derb, immer direkt. Picard-Sioui steht für eine indigene Generation, die die Opferstarre abschüttelt und politische Wut in Kraft zum Handeln ummünzt.

»Stories aus Kitchike - Der große Absturz ist eine zugleich traurige und witzige Saga, poetisch und politisch, furios und verzweifelt. Die Lektüre regt an und macht Spaß, konfrontiert aber auch mit dem schwierigen Erbe der Kolonisation und seinen Auswirkungen in einem Kanada, das nur zu gern vergessen möchte, dass es auch einigen Dreck am Stecken hat.«
Catherine Parayre, Voix plurielles

»Der Ton von diesem Buch kommt mir völlig neu vor. Bei Picard-Sioui tritt die kritische Funktion der Literatur ganz unverkrampft zu Tage, und auch dem Schwelgen in traditionellem indigenem Leben, dem Kult um die sakrosankten Ahnenseelen wird eine saftige Absage erteilt.«
Louis Hamelin, Le Devoir