Nach seinem Bilde

Nach seinem Bilde

Nach seinem Bilde
Roman (À Son Image)
Aus dem Französischen übersetzt von Christian Ruzicska
Gebunden ohne Schutzumschlag
Etwa 208 Seiten
ISBN 978-3-906910-63-5
ISBN 978-3-906910-72-7 (E-Book)
€ (D) 20.00 I CHF 25.00 (UVP) I € (A) 20.50
Warengruppe 1112
Lieferbar ab 26. August 2019

Metaphorisch, musikalisch und erschütternd!
Valérie Gans, Madame Figaro

 

Antonia, eine junge Fotografin, trifft eines Abends an einem korsischen Hafen unerwartet auf den Söldner Dragan Ð., den sie zehn Jahre zuvor im Jugoslawienkrieg kennengelernt hat. Ihre Unterhaltung dauert bis in die frühen Morgenstunden eines heißen Sommers an. Übermüdet, entscheidet sich die junge Frau heimzufahren, und verunglückt tödlich.

Die Totenmesse wird von einem Priester abgehalten, der zugleich ihr Onkel ist. Um seiner unendlichen Trauer über die innig geliebte Nichte nicht zu erliegen, entscheidet er sich für die strikte Einhaltung der Regeln der Liturgie. Doch unter den Trauernden steigen im Glutofen der kleinen Kirche Bilder der Erinnerung aus dem Leben der Verstorbenen auf ...

Neben den grotesk humorvollen Schilderungen der Dorfbewohner kommt der militante Nationalismus auf Korsika zur Sprache, die Brutalität des Bürgerkriegs im auseinanderfallenden Jugoslawien und die verheerenden Kriege des 20. Jahrhunderts.

Jérôme Ferrari nutzt die fiktionalen Fotografien seiner Heldin und die historisch verbürgten Bilder zweier Kriegsfotografen, um den modernen Menschen zerrissen zwischen Hoffnung und Grauen zu zeichnen. Verlorenheit, Nächstenliebe, christlicher Glaube, Macht und Menschlichkeit bilden die Pole seiner Erzählung, in der es ihm gelingt, unsere Gefühle zu unserer heutigen Welt und die daraus gewonnenen Vorstellungen von ihr  ins Wanken zu bringen. Nach ihrem Bilde ist ein literarisches Kleinod über die »unentrinnbare Niederlage des Menschen«  und zugleich ein Roman über die Triebkräfte des Menschen, zu denen die immer wieder enttäuschte Hoffnung auf ein besseres Leben ebenso gehört wie der unveränderliche Drang nach Macht und ein unverbesserlicher Egoismus. Seine radikalen Perspektive auf die Vergeblichkeit des menschlichen Tuns hält Jérôme Ferrari die Schönheit der Sprache entgegen und erweist sich damit einmal mehr als großer Stilist unserer Zeit.