26.10.2026: Luo Lingyuan liest aus ihren Romanen »Kinder der roten Erde« und »Das fragile Glück der Harmonie«

Featured Image

Luo Lingyuan liest aus zwei Romanen. Einmal aus ihrem jüngsten Buch »Kinder der roten Erde«. Darum geht es in dem Roman: Xiao Sina zieht als achtjähriges Mädchen mit ihrer Familie vom Dorf in eine kleine Stadt, in der ihr Vater, ein angesehener Mann, eine gut laufende Ölpresse betreibt. Ab Oktober 1949, nach der Machtübernahme der Kommunisten, wendet sich das Schicksal für die Famlie: Der Vater wird als »Grundbesitzer« eingestuft und muss fliehen, die Mutter wird ins Gefängnis geworfen. Inzwischen siebzehnjährig, steht Sina als Kind von »Klassenfeinden« allein in der Welt, sie ist geduldet, aber mehr oder weniger rechtlos.

Wie durch ein Wunder wird sie zur Ausbildung als Lehrerin zugelassen und rettet sich vor dem Hungertod. Als sie 1957 zum Studium auf den berühmten Lushan-Berg kommt, ist sie eine umworbene junge Frau, deren Schicksal noch mehrmals von den politischen Verwerfungen ihres Landes auf das Heftigste gezeichnet wird, und doch gelingt ihr letztendlich ein geglücktes Leben …

In »Das fragile Glück der Harmonie« zeichnet Luo Lingyuan in ihrem neuen Roman die Volksrepublik China in ihren aufgewühlten, oft sehr grausamen Anfangsjahren. Trotz der Armut und des harten Lebens bewahren die Kinder der roten Erde ihre Sanftheit und geben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft über ein ganzes Leben hinweg nie auf.

1987 bewegen Deng Xiaopings Reformen ganz China. Wie Millionen andere, will auch die junge Informatikerin Lu Tanya, Kind einer armen Familie aus der Provinz, dazu beitragen, eine neue, florierende Zukunft aufzubauen. Ihre schon früh erblühte Liebe zur Literatur und zu Konfuzius Lehren von der Harmonie aber lassen Sie heimlich davon träumen, eines Tages selbst literarische Werke zu schreiben. Tatsächlich gelingt es ihr, an der renommierten Fudan-Universität in Shanghai als hochbegabte Stipendiatin Journalistik zu studieren und damit ihrem Leben einen anderen Verlauf zu ermöglichen.

In der Universitätsbibliothek begegnet ihr der junge deutsche Sinologe Norman Berger. Zwischen beiden entspinnt sich eine Liebesbeziehung, die, kaum geboren, ins Fahrwasser gesellschaftlicher Zwänge gerät. Das von der Partei erteilte Verbot wilder Ehen mit »kapitalistischen« Ausländern, plötzlich aufkommende Forderungen der Studenten nach mehr Demokratie und deren staatliche Unterdrückung, die Gefahr von Denunziation und Statusverlust werden zu den Gegenspielern einer jungen Frau, die ihre erste große Liebe zu retten versucht.

Luo Lingyuan zeichnet in ihrem Roman das Porträt einer politisch aufgeheizten Zeit und erzählt behutsam zart eine Liebesgeschichte, deren Heldin in Berlin ihrem Leben noch einmal eine ganz andere Wendung geben wird.

Lesung mit Gespräch
Luo Lingyuan liest aus ihren Romanen Kinder der roten Erde und Das fragile Glück der Harmonie 

26.10.2026, Mo., 18:00 Uhr
Ort: Kantonsbibliothek Graubünden, 
Lesesaal im 1. Obergeschoss Karlihofplatz
CH-7001 Chur / Cuira / Coira
Eintritt: frei