17.10.2026: Silvia Avallone liest beim Italienischen Literaturfestival in Nürnberg

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Sassaia ist ein winziges Bergdorf im Piemont, dort taucht eines Tages Emilia auf, mit roten, krausen Haaren, dünn wie ein Strich, eine dreißigjährige Teenagerin mit violetten Springerstiefeln und einer neongrünen Jacke. Vom Nachbarhaus aus beobachtet Bruno ihre Ankunft, als wäre es eine Invasion: Was macht diese Frau dort oben, weit weg vom Rest der Welt?

Als sich die beiden schließlich begegnen, jeder mit seiner eigenen Einsamkeit, erkennt Bruno in Emilias Augen einen Abgrund, der seinem eigenen ähnelt. Beide haben das Böse kennengelernt: Er, weil er es erlitten hat, sie, weil sie es begangen hat. Diese Tat hat sie mit vielen Jahren Gefängnis bezahlt, sie lässt sich aber nicht wiedergutmachen.

Sassaia ist für beide Fluchtpunkt, die einzige Lösung, um einer Zukunft zu entkommen, an die sie nicht mehr glauben. Doch die Zukunft kommt und folgt ihren eigenen Gesetzen; ob schuldig oder unschuldig, Opfer oder Täter – die Zeit vergeht und offenbart uns, was wir alle sind: unendlich zerbrechlich, fatalerweise menschlich.

Silvia Avallone hat eine Geschichte von Verdammnis und Erlösung geschrieben, die die dunkelsten und tiefsten Risse der Seele erforscht, um sie mit Mitgefühl, Leben und Licht zu füllen.

aus dem Italienischen übersetzt von Birgit Ulmer

ILfest Nürnberg, 17. Oktober 15.00 Uhr
Moderation: Davide Schenetti
Tickets hier